Heute vor Urzeiten: Odysseus’ Mutter vergeht vor Kummer
Mitte Oktober in der griechischen Mythologie: Antikleia, die Mutter des Odysseus, stirbt an gebrochenem Herzen. Ihr Sohn verschollen auf dem Meer – sie gibt die Hoffnung lange auf, bevor er je zurückkehrt.

Farid al-Din `Attar — ""Shaikh San'an beneath the Window of the Christian Maiden", Folio18r from a Mantiq al-Tayr (Language of the Birds)" (ca. 1600), public domain
Eine Mutter wartet – und zerbricht.
Antikleia, die Frau, die Odysseus großzog, vergeht, bevor ihr Sohn je heimkehrt. In Homers Epos hält ihr Herz das Warten und die quälende Ungewissheit nicht mehr aus – Gerüchte und Angst nagen sie auf.
Wiedersehen im Schattenreich.
Odysseus erfährt vom Tod seiner Mutter nicht durch einen Boten, sondern von ihrem eigenen Geist im Hades. Sie gesteht ihm, dass sie aus Sehnsucht starb – ein Beweis, dass Abenteuer nicht nur die Helden selbst ihren Preis kosten.
In Homers Odyssee steht Antikleias einsamer Tod für jede Familie, die durch Krieg und Fernweh zerrissen wird – ihr Schicksal ist uralt und trotzdem schmerzhaft modern.