Heute vor X Jahren: Der 17. Mai war ein Dies Comitialis
17. Mai in Rom: Der Tag ist offen für Geschäfte – und für neue Gesetze. Jede erhobene Hand kann das Machtgefüge kippen.

Rogier van der Weyden — "Francesco d'Este (born ca. 1429, died after 1486)" (ca. 1460), public domain
Macht liegt in der Luft, Stimmen offen gezählt.
Der 17. Mai war ein dies comitialis – einer der seltenen Tage, an denen Abstimmungen, Debatten und Gerichtsverfahren Roms Zukunft erschüttern konnten. Volkstribunen, Senatoren, Plebejer – alle Blicke aufs Forum gerichtet. Reden hallten über das Klappern der Sandalen auf Stein.
Gerechtigkeit und Gesetz per Handzeichen.
An diesem Tag konnten neue Gesetze beschlossen, Magistrate gewählt, sogar Verbannte zurückgerufen werden. Doch die römische Religion hatte das letzte Wort: Ein schlechtes Omen – und alle mussten nach Hause gehen. Politik, Schicksal und Frömmigkeit – kein Geschäft ohne göttliche Erlaubnis.
Eine Stadt, regiert von Kalender und Mut.
Die Regeln des römischen Kalenders waren mehr als Tradition – sie waren das Rückgrat des öffentlichen Lebens. Wer einen dies comitialis verpasste, verpasste seine Chance auf Geschichte. Jeder Tag ein Schlachtfeld ohne zweite Gelegenheit.
An einem dies comitialis wie dem 17. Mai drängten sich die Bürger im Forum, um abzustimmen, zu debattieren und über Roms Schicksal zu entscheiden – immer unter den wachsamen Augen der Götter.